Wir gedenken den Leipziger Antifaschisten
Vor 81 Jahren, am 11. und 12. Januar 1945, wurden unsere Genossen, unsere Vorkämpfer der Schumann-Engert-Kresse-Gruppe von den Nazis ermordet. Hingerichtet, für ihren Widerstand gegen die Verbrechen der deutschen Faschisten.
In den vorangegangenen Jahren wuchst die von Georg Schumann, Otto Engert und Kurt Kresse aufgebaute Gruppe zu einer der größten und aktivsten, klar kommunistischen Widerstandsgruppen gegen das nationalsozialistische Regime. Mehrere Jahre agierten die Antifaschisten auf unterschiedliche Weise im Untergrund und vernetzten Widerstandsgruppen und -zellen reichsweit. Sie setzten darauf die Arbeitenden zu organisieren und bilden, indem sie illegal Flyer und Zeitungen mit ihren sozialistisch-antifaschistischen Standpunkten, in den Fabriken und Arbeitervierteln vertteilten und antifaschistische Jugendgruppen ausbildeten. Auch sabotierten sie die deutsche Rüstungsproduktion und riefen Arbeiter zu Störaktionen und Arbeitsniederlegung auf.
Bis zum Ende propagierten sie, der effektivste und schnellste Weg den Krieg zu beenden und Deutschland vom Faschismus zu befreien sei, den Aufstand der ArbeiterInnen zu organisieren. Sie setzten ihr Vertrauen in die Kraft ihrer Klasse und kämpften dafür, diese zu organisieren, Klassenbewusstsein zu stiften und die ArbeiterInnen zur Revolte gegen den Hitlerfaschismus aufzuwiegeln.
Im Sommer 1944 jedoch kam es zu Verhaftungen von Teilen der Gruppe im Zuge massiver Verhaftungswellen durch die Gestapo. Während sie den Nazischergen bei früheren Verhaftungswellen immer wieder entgehen konnten, wurden Schumann, Engert und Kresse ’44, ebenso wie zahlreiche weitere im Untergrund aktive KommunistInnen und AntifaschistInnen festgenommen und gefoltert. Doch die Genossen blieben standhaft, verrieten niemanden und retteten so zahlreichen weiteren Revolutionären und Widerständigen das Leben. Der Volksgerichtshof Dresden sprach sie im Novemver 1944 der “Vorbereitung zum Hochverrat, Feindbegünstigung und Wehrkraftzersetzung” schuldig und verurteilte sie zum Tode. Am 11. und 12. Januar 1945 wurden die Antifaschisten hingerichtet.
Viele der Mitglieder wurden nicht erst im Kampf gegen den deutschen Faschismus aktiv, sondern kämpften im Gegenteil schon lange für die Befreiung der Menschheit im Sozialismus. Schumann wurde bereits während des Ersten Weltkriegs als Teil des Spartakusbund für seine antimilitaristische Politik inhaftiert, Kurt Kresse leitete den Arbeitersportverein Fichte im Leipziger Westen, Arthur Hoffmann organisierte im Rotfrontkämpferbund den antifaschistischen Selbstschutz.
Heute erinnert kaum mehr als wenige Straßenschilder an die gefallenen Genossen aus unserer Stadt, doch an die Vorkämpfer unserer Bewegung zu Erinnern, ihnen zu Gedenken kann kein Selbstzweck, keine hohle Phrase sein. Wir, als KommunistInnen, ehren und erinnern unsere Vorkämpfer, die der Hitlerfaschismus ermordete, weil unsere Genossen zwar erschossen wurden, aber niemals gefallen sind. Ihr Kampf gegen Faschismus, gegen Krieg und Militarisierung, ihr Kampf für die sozialistische Revolution geht weiter.
„Zum Tode geführt, doch siehe wir leben!“ – Damals wie heute: Tod dem Faschismus!
In Gedenken an Georg Schumann, Otto Engert, Kurt Kresse, Karl Jungbluth, William Zipperer, Arthur Hoffmann, Alfred Frank, Georg Schwarz, Richard Lehmann und Wolfgang Heinze