Es wird langsam Zeit, sich zu der Scheiße hier zu äußern

Solidarische Kritik zum 17.01. in Connewitz

Der Aufruf von Handala und Lotta Antifascista am 17.01. in Connewitz eine palästinasolidarische Demonstration zu veranstalten hat für viel Aufruhr und Diskussion in unserer Stadt gesorgt. Die Mobilisierung artete, in erster Linie von antideutscher Seite, immer mehr in Richtung Endschlacht um Connewitz aus. Die tatsächlichen und unterstellten Intentionen hinter Protest und Gegenprotest und das vollkommen überzogene Aufladen der angeblichen politischen Tragweite der Demo bzw. der Gegenveranstaltungen haben dafür gesorgt, dass wir uns kurz vor knapp doch noch genötigt sehen, uns inhaltlich dazu zu verhalten. Dazu kommt noch die Tatsache, dass sich zum Stichtag nicht nur massig zugereiste Unterstützer beider Fraktionen, sondern auch jede Menge Bullenschweine und vermutlich sogar Faschisten im Leipziger Süden einfinden werden.

Zu letzterem gleich vorneweg: Das Nazipack hat sich nicht angekündigt, weil es mit den Forderungen der einen oder anderen Seite sympathisiert, sondern einzig und allein deswegen, weil sich eine in diesem Ausmaß bisher unerreichte Schlammschlacht zwischen verschiedenen Fraktionen anbahnt, die die Faschos allesamt als ihre Feinde betrachten. In Zeiten der zunehmenden militanten Gefahr von rechts trägt der 17.01. dazu bei, dass die linke Szene in Leipzig Faschisten am kommenden Wochenende mehrheitlich nicht bekämpfen, sondern sie unterhalten wird.

1. Antideutsche Gewalt – ein Reales problem

Kommen wir zum Kern der Sache, der eigentlichen Demonstration. Gerade der Aufruf von Lotta Antifascista betont als maßgeblichen Anlass für die Demo die Angriffe auf palästinasolidarische Menschen in Connewitz durch gewaltbereite AntiDs. Wir möchten daher eingangs klarstellen: Menschen, die sich auch im Jahr 2025 noch bedingungslos auf die Seite von kolonialer Unterdrückung, Vertreibung und Völkermord stellen und ihre psychotische Weltanschauung von Israel als Fackel des Fortschritts mit islamfeindlichem Rassismus und verschwörungstheoretischen Begriffen wie „Pali- Wood“ und „Hamas- Propaganda“ gegen jeden empirischen Gegenbeweis zu verteidigen versuchen, wiedern uns an.

Der Aufruf hat inhaltlich Recht, wo er auf eine Kontinuität von reaktionärer Gewalt durch selbsternannte „Antideutsche“ in Leipzig verweist: Angriffe auf Menschen mit Kuffiyeh im Conne Island, Steinwürfe auf eine Moschee zum 13.12.2019, der Versuch palästinasolidarische Inhalte gewaltsam von einer Demo gegen soziale Kürzungen im Oktober 2022 zu entfernen, Angriffe auf palästinasolidarische Läden mit Graffiti und Schweinefett (!), uvm. Gewalt von AntiDs gegen Linke und Migranten war und ist keine „antisemitische Verschwörungstheorie“ und auch keine reine Zuspitzung ausgelöst durch den 07. Oktober, sondern schon lange politischer Alltag in Leipzig. Auch wir selbst sind, seitdem wir offen palästinasolidarisch arbeiten, innerhalb Leipzigs häufiger von AntiDs angegriffen worden, als von anderen Reaktionären. Wer die Soli- Party einer Jugendgruppe in einer bekannten Connewitzer Szenekneipe vollvermummt und mit Quarzern bewaffnet angreift, sieht noch peinlicher aus als ohnehin schon, wenn er sich jetzt angesichts eines Demoaufrufs von studentisch geprägten Palästina- Gruppen auf einmal in die Opferrolle der „Angegriffenen“ drängen will.

Und gerade an diesem Punkt setzt einer unserer Kritikpunkte an der Palästina- Demo an: Die Praxis aufbauend auf der objektiven Realität gibt den im ganzen Land erstarkenden, antiimperialistischen Kräften ohnehin recht, während die Kräfte Genozidleugner in blau- weiß innerhalb der radikalen Linken auf die immergleichen Freundeskreise in Leipzig, Halle und Westdeutschland zusammengeschrumpft sind. Auf der Straße z.B gegen die faschistischen Mobilisierungen zu ostdeutschen CSDs 2024 und 2025 oder zur Unterstützung der Genossen in Schwarzenberg am 13.12. 2025 sieht man die israelsolidarische Hänger- Antifa kaum noch. Was sie können ist, aus der Passivität heraus die Opferrolle zu spielen: Wie entsprechende Social Media Kanäle zeigen, wird dieser Rettungsring für die eigene politische Existenzberechtigung als Reaktion auf den 17.01. heftiger umklammert denn je: Der antideutschen Gruppe AK7030 ist die Demo Stand jetzt bereits ganze 12 Instagram- Posts wert gewesen, Tendenz steigend.
Wer Erfahrung in antifaschistischer Arbeit hat, müsste dabei eigentlich wissen: Angemeldete, friedliche Aufmärsche können viele positive Folgen haben, rechte Schläger werden dadurch jedoch kein bisschen weniger gewalttätig- wer sie daran nachhaltig hindern will, muss anders vorgehen. Stattdessen liefert man mit der lang angekündigten Demo einer sterbenden Bewegung Futter für die propagandistische Verlängerung ihres Todeskampfes.

2. Erzählt uns bitte nicht, was Antifa heißt

Der Aufruf von Handala fokussiert sich sehr viel mehr auf den Antifa- Begriff und versucht diesen aus einer sehr allgemein gehaltenen Kritik an „Connewitzer Verhältnissen“ heraus quasi zu reclaimen. Dieser Ansatz hat in der Theorie durchaus seine Berechtigung – wer (wie einige Connewitzer AntiDs) einen schwarzen Genossen aus unseren Strukturen in den Rücken tritt und ihn mit den Worten „Verpiss dich zurück auf die Eisenbahnstraße“ aus seinem geliebten Connewitz zu vertreiben versucht, hat definitiv kein Recht sich selbst an anderer Stelle als Antifaschist darzustellen.

Als Marxisten und Antifaschisten stört uns allerdings auch der Kritikansatz im „Antifa means free Palestine“- Aufruf, v.a. aus zwei Gründen: Erstens sind wir nicht bereit uns auf ewige Wortklaubereien einzulassen. Ob ein Begriff wie „Antifa“ korrekt verwendet wird oder nicht, ergibt sich unserer Ansicht nach primär daraus, ob er sich mit objektiven Gegebenheiten, also mit einer antifaschistischen Praxis in Einklang bringen lässt. In unseren Weltanschauungen stimmen wir mit antideutsch geprägten Connewitzer Autonomen in kaum einem Punkt überein, doch in den letzten knapp 10 Jahren des Bestehens unserer Struktur (und auch davor) waren es auch sie, die gemeinsam mit uns in Leipzig und im ostdeutschen Hinterland faschistischem Abschaum konsequenten, handfesten Widerstand entgegengesetzt haben.

Wer in Ostdeutschland in den letzten Jahren militant gegen Faschisten vorgegangen ist, konnte es sich nicht leisten seine Verbündeten wählerisch rauszupicken und kam oft an (mehr oder weniger) antideutsch sozialisierter Unterstützung schlichtweg nicht vorbei. Das heißt natürlich nicht, dass alle zur Handarbeit motivierten Antifaschisten im Osten antideutsch waren oder sind. Es bedeutet viel mehr, dass es leider zu antifaschistischer Militanz in Ostdeutschland dazugehört, solche inneren Widersprüche aushalten und einen Umgang damit finden zu können, der ein wirksames, gemeinsames Vorgehen gegen den faschistischen Todfeind ermöglicht. Vollzeit- Peppnasen, die Menschen auf Plakatierrunden angreifen, aber auch der studentische Anhang rund um die Students for Palestine haben mit diesem realen Kampf und seinen Widersprüchen viel zu wenig zu tun, um all denjenigen, die seit Jahren Nazis mutig die Stirn bieten, ihren Antifaschismus absprechen zu können.

Denn zweitens bezieht sich die notwendige Übereinstimmung des Antifa- Begriffs mit einer antifaschistischen Praxis natürlich auch auf die Strukturen, die mit ihrem Aufruf versuchen den Begriff zu reclaimen. Wir haben ein gutes, solidarisches Verhältnis zu Handala und unterstützen sie seit einiger Zeit sehr konsequent sowohl ideologisch in politischen Diskussionen als auch praktisch bei ihren Aktionen auf der Straße. Wir haben außerdem größten Respekt für die lang anhaltende und wertvolle internationalistische Arbeit der Genossen in der ehemaligen antideutschen Hochburg Leipzig und erkennen an, dass auch Handalas Kampf gegen den Zionismus und seine genozidalen Erscheinungsformen ein antifaschistischer ist. Doch bei allem gebotenen Respekt – mit dem notwendigen, handfesten Kampf gegen das braune Gesindel vor den eigenen ostdeutschen Haustüren hatten auch sie nie etwas zu tun.

Leider zeigte sich der gleiche, undialektische „Entweder Oder“- Moralismus wie im Demoaufruf schon bei der öffentlichen Aufforderung, sich wegen eines Zio- Shirts vor Gericht komplett mit dem gesamten Antifa- Ost- Komplex zu entsolidarisieren. Dieser Aufruf angesichts drohender und schon verhängter mehrjähriger Haftstrafen zeugt von einem mangelnden Verständnis von Solidarität. Diese gilt grundsätzlich einer politisch richtigen Aktion und der Opposition gegen die Klassenjustiz, nicht der moralischen Erhebung der jeweiligen Einzelpersonen (Genosse Ali Höhler lässt grüßen).

Auch wir finden Antideutsche zum Kotzen und dennoch stehen wir solidarisch ein für alle Antifaschisten, die von der deutschen Klassenjustiz eingeknastet werden, weil sie das richtige tun.
Handala und ihre Mitorganisatoren haben eine ganze Armada von richtigen Kritikpunkten und Argumenten gegen Connewitzer Verhältnisse und Leipziger Antideutsche auf ihrer Seite, die wir inhaltlich voll und ganz mittragen könnten. Antideutsch geprägten Connewitzer (Post)- Autonomen per se ihren Antifaschismus absprechen zu wollen gehört definitiv nicht dazu. Nichtsdestotrotz ist es in ihrer Mobilisierung der inhaltliche Schwerpunkt.

3. DER „Mythos Connewitz“

Auch an Connewitz selbst wird sich in der palästinasolidarischen Mobilisierung abgearbeitet. Doch die Geschichte des Stadtteils als Raum antifaschistischer Politik begann schon in der Zeit kurz vor und vor allem nach der Annexion der DDR in 1990er Jahren. Faschistische Strukturen bildeten sich im Schatten des Verlusts einer Staatsmacht, unterstützt durch den Zuzug westdeutscher Neonazi- Kader. In den wilden „Baseballschlägerjahren“ waren faschistische Banden in Ostdeutschland (vor allem in der Provinz) eine reelle Bedrohung für Leib und Leben von Migranten, Andersdenkenden und Linken. Auch in unserer Stadt war dies eine reale Gefahr, auch in Leipzig gab es Todesopfer rechter Gewalt. Der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte „Mythos Connewitz“ hat seine Grundlage in dem entschlossenen Widerstand von Anwohnern und Hausbesetztern gegen diese Verhältnisse. Aus der Notwendigkeit zum Widerstand und dessen erfolgreicher Umsetzung resultierte ein Kiez, der zu einem einzigartigen Biotop für antifaschistische, linke Politik in dem ansonsten vom Feind dominierten Bundesland Sachsen wurde, von dem bis heute verschiedene politische Gruppen und Akteure profitieren konnten.

Auch unsere Organisation hat in ihrer Historie einige Wurzeln in Connewitz, auch wir waren lange Zeit keine eindeutig kommunistische Organisation sondern sehr viel pluralistischer geprägt und wären ohne Zusammenarbeit mit Connewitzer Strukturen und Einzelpersonen niemals dort, wo wir jetzt sind. Der Vorwurf der Kiez wäre nie etwas anderes gewesen als eine pseudolinke Brutstätte für antideutsche Ideologie und Praxis trifft somit auch uns. Wir halten ihn für verkürzt, denn er wird der Geschichte des Stadtteils nicht gerecht und erst recht nicht den Menschen, die ihn über Jahrzehnte aufgebaut und gegen Nazis verteidigt haben, während die selbsterklärten “Retter des Antifaschismus” von Students for Palestine sich mit solcher Arbeit noch nie die zarten Studentenhände schmutzig gemacht haben.

Mit der Zeit haben allerdings auch wir erkannt, dass nahezu bedingungslose Kompromissbereitschaft zwischen unterschiedlichsten Kräften und spektrenübergreifende Zusammenarbeit von einer Notwendigkeit zur Selbstverteidigung der 1990er und 2000er Jahre zum bequemen, spießbürgerlichen Selbstzweck geworden waren (man möchte es sich ja nicht mit dem Nachbarn verscherzen). Zusätzlich zeigte sich in den letzten Jahren, dass die Autonome Szene und ihre Taktik nicht mehr funktional oder gar gesellschaftlich anschlussfähig sind. Das Fehlen klarer, gemeinsamer politischer Ziele und das Ausbreiten liberaler Ansätze führten zu einer Connewitzer „Mosaik- Linken“, die bis heute gesamtgesellschaftlich betrachtet faktisch handlungsunfähig ist.

Sie war und ist jedoch ein Nährboden, in dem sogenannte antideutsche, rassistische Ideologie maßgeblich für weitere Entwicklungen innerhalb des Kiezes werden konnte, obwohl sie nur von wenigen wirklich konsequent vertreten wird. Connewitz mag dadurch mit den Jahren zwar zunehmend politisch degeneriert sein und die Omnipräsenz imperialistischer und islamfeindlicher Ideologie führt dazu, dass der Stadteil sehr viel rassistischer ist, als es seine weißen Einwohner gerne zugeben würden. Eine „rassistische No- Go- Area“ ist Connewitz allerdings nicht.

Dieser Vorwurf führt außerdem am Kern des Problems vorbei: Auch das palästinasolidarische Spektrum rund um das PAL- Bündnis ist ein Produkt der liberalen Verweigerung von Linienkampf und Einheitsfindung. Die Demo am Samstag wird z.B. nicht einmal einen einheitlichen Standpunkt zur Ein- bzw. Zwei- Staaten- Lösung haben und ist somit Produkt der gleichen verbürgerlichten Umstände, wie Connewitz’ Abstieg in die gesellschaftspolitische Bedeutungslosigkeit. Statt sein Verständnis von Antiimperialismus in einer sozialistischen Tradition zur Gundlage konsequenter Linienkämpfe zu machen, laufen die Forderungen der Demo nach einem “Connewitz für alle” letzten Endes darauf hinaus, dass es weiter ein drogenverseuchter Szenekiez bleibt, der seine Identität nicht durch revolutionäre Praxis, sondern primär durch die richtigen Klamotten und das Einhalten “linker” (postmoderner) Sprach- Kodizes definiert. An den in unserer Analyse kritisierten Entwicklungen im Leipziger Süden würde sich also faktisch selbst bei Erreichen aller politischen Ziele der Demo kaum etwas ändern, nur dass dann Palästina- statt Israelfahnen die Wände Connewitzer Hänger- WGs schmücken würden.

4. Abschluss

Die aktuellen, feigen Übergriffe durch die Reste der antideutschen Elemente und die unzureichende Skandalisierung/Distanzierung viel zu vieler Anwohner (man möchte es sich ja nicht mit dem Nachbarn verscherzen) machen uns wütend und hinterlassen den Eindruck das der Mythos Connewitz endgültig gescheitert ist. Der Wunsch bzw. die politische Zielsetzung diesem Zustand etwas entgegenzusetzen ist richtig. Wer unter dem Deckmantel von angeblicher Antifa- Arbeit Menschen mit Steinen, Flaschen, Fahrradschlössern attackiert, aber im Grundsatz die imperialistischen Stiefel nicht nur leckt sondern geradezu im Rachen feststecken hat, der kann nur ein Feind der kämpfenden Bewegung in Deutschland sein.

Um zum Schluss noch etwas klarzustellen: Unsere Kritik an den Organisatoren der palästinasolidarischen Demo, insbesondere an Handala, verstehen wir als solidarisch und lösungsorientiert. Wir stehen an eurer Seite im Kampf gegen den Imperialismus und dessen Ausprägungen und sind jederzeit bereit, inhaltliche Differenzen in produktiven Diskussionen anzusprechen und nach Möglichkeit auch zu überwinden.

Für die staatstragende Allianz auf der Gegenseite und nicht zuletzt für all die feigen Oppurtunisten, die immer noch einfach ihre Schnauze halten, haben wir nur eine Botschaft: Der Graben zwischen euch und uns war nie tiefer als jetzt!
Inhalte und personelle Zusammensetzung eurer Gegenmobilisierung sprengen alle Grenzen für die Möglichkeit eines solidarischen Austausches. Ihr gebt vor das linke Connewitz verteidigen zu wollen und tut das Hand in Hand mit prügelnden Testo – Affen, BILD- Zeitung und FDP, sowie den Parteien, die in ihrer Regierungsverantwortung direkt für die umfassende Unterstützung des Genozids in Gaza, im Falle der SPD auch noch bis heute für das ganze innerdeutsche Elend von Aufrüstung bis zur Verarmung der Klasse und Massenabschiebungen direkt verantwortlich sind.
Wir scheißen auf euer opportunistisches Rumgewinsel, niemand muss sich „gegen rechts“ in solchen Drecksparteien organisieren! Auch in der hintersten ostdeutschen Provinz kennen wir Genossen, die sehr stabile Arbeit machen, ohne dafür die Parteiausweise von Klassenfeinden im Portmonee stecken zu haben. Genießt alle ruhig euren kleinen Höhenflug am Samstag, denn eure Zeit läuft ab. Die sozialistische, antiimperialistische Bewegung in Deutschland ist schon mit ganz anderen Gegnern fertig geworden als mit euch!

5. Was tun?

Es ist in der Hauptsache richtig, eine politische Demonstration durchzuführen um die Zustände im Leipziger Süden zu skandalisieren, auch wenn wir andere Taktiken und andere inhaltliche Herangehensweisen an die Problematik bevorzugen würden. Folglich ist auch eine Beteiligung an dieser Demonstration in der Hauptsache richtig. Wir selbst werden ebenfalls am 17.01. auf der Straße sein. Nicht, um damit unsere bedingungslose Zustimmung zu Form und Inhalt der Aktion zum Ausdruck zu bringen, sondern weil es für uns außer Frage steht, uns bedingungslos an die Seite antiimperialistischer Kräfte zu stellen, die von reaktionärer Gewalt bedroht sind.

Seid euch aber bitte im Klaren darüber, dass sich nach der Demonstration der Status Quo im Kiez nicht ändern, sondern durch die aufgeheizte Stimmung sogar noch verschärfen wird. Politisch gibt es daher am 17.01. (außerhalb der berechtigten Intentionen hinter der Demonstration) wenig produktive politische Ziele zu erreichen. Seid euch auch darüber im Klaren, dass unsere Hauptfront in Sachsen gegen den Faschismus nicht in Connewitz sondern in der sächsischen und mitteldeutschen Provinz liegt.

Das gilt insbesondere für die zum Teil bundesweiten Anreisen- ihr seid zu einer Menge sehr viel sinnvolleren Anlässen auch nicht aus dem Quark gekommen, warum zur Hölle jetzt ausgerechnet zum großen „Kampf um Connewitz”- Spektakel am 17.01? Wir haben keinen Bock auf euren Krawalltourismus, die antifaschistischen Kräfte außerhalb der Großstädte sind es, die unsere und eure Unterstützung benötigen! Es gibt viel zu tun in Mitteldeutschland, macht euch gerade gegen das Nazipack, lasst die Genossen auf dem Dorf und in den Kleinstädten nicht alleine! Antifa ist und bleibt Handarbeit!

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